Foto: Ralf Benert

Man könnte American Freestyle die hohe Schule des Flachwasserpaddelns im offenen Kanadier nennen. Es wird sowohl im Soloboot als auch im Tandemkanadier ausgeübt. Dabei werden Techniken angewandt, die in abgewandelter Form auch beim normalen Tourenpaddeln auf Flach- oder strömendem Wasser benutzt werden - beim Freestyle allerdings in Reinform, und ausgereizt bis zum Extrem.

Freestyle ist Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre in den USA entstanden. Zur selben Zeit wurden auch die ersten Solokanadier gebaut, was entscheidend zur Entstehung dieser Diszipin beigetragen hat.

Bootskontrolle steht beim Freestyle zentral. Mit ausgefeilter Paddeltechnik und Gewichtsverlagerungen im Boot werden Manöver gefahren, - manchmal sogar auf Musik - die Perfektion, Leichtigkeit und Eleganz ausstrahlen. Freestyle ist Genußpaddeln auf technisch höchstem Niveau. Es ist die Reduktion auf das Wesentliche: Wasser, Paddel und Boot - im Einklang miteinander.

In den USA finden jedes Jahr Meisterschaften statt. Um zu gewinnen, braucht man dort außer ausgezeichneter Paddeltechnik auch eine gute Portion "showmanship".

Die Manöver im Freestyle werden über die Schlagtechnik, die Position des Schlages zum Boot, die Fahrtrichtung, die Ankantung des Bootes und die Position des Paddlers im Boot definiert.

Die sechs Freestyle-Grundmanöver heißen Axle, Christie, Post, Wedge, Sideslip und Gimbal. Diese Manöver können auf jedem der vier Quadranten im Boot ausgeführt werden, d.h. vorwärts, rückwärts, vorwärts übergegriffen und rückwärts übergegriffen. Von allen Manövern gibt es viele Varianten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. 

Siehe auch den Artikel "Kringeln - was'n das?" von Silke Reitner