Foto: Winfried Simon

Canadian Style Paddling ist älter als Freestyle, und es wird in Tandembooten gefahren, die nur von einer Person besetzt sind. Es werden traditionelle Paddel verwendet, die ein deutlich längeres und schmäleres Blatt haben als die üblichen Tourenpaddel. Das Paddel wird nicht aus dem Wasser genommen, sondern "schneidend" zurückgeführt, und möglichst lautlos.

Der Paddler kniet in der Mitte des Tandembootes, sehr nahe am Süllrand, um das Boot so weit wie möglich anzukanten. Im Gegensatz zum Freestyle verändert er diese Position nicht. Es kommt auch nicht auf die spezifischen Paddelschläge an, sondern auf das Resultat in der Bootsbewegung.

Es gibt vier Grundkriterien zur Beschreibung einer Bootsbewegung: Bewegt sich der Drehpunkt des Bootes (= der Paddler) von der Stelle? Bewegt er sich entlang einer geraden oder einer gekrümmten Linie? Rotiert das Boot dabei um seinen Drehpunkt? Wie verhält sich die Rotationsgeschwindigkeit zur Kurvengeschwindigkeit?

Beliebige Bootsbewegungen können auf diese Weise beschrieben werden und im Canadian Style Paddling werden alle möglichen Kombinationen von Bewegung und Rotation verwendet. Dies erlaubt sehr komplexe Bootsbewegungen - eine echte Herausforderung, auch für erfahrene Paddler!

Besonders schön ist Canadian Style Paddling, wenn es zu zweit oder in der Gruppe ausgeführt wird. Bootsbewegungen wie oben beschrieben, die synchron, z.B. parallel oder gespiegelt gepaddelt werden, sind eine wirkliche Augenweide! Außerdem gibt es noch verschiedene Rotationen, bei denen mehrere Boote umeinander (do-si-do, pinwheel) oder aneinander vorbei (interlocking pivots) rotieren.

Die Bewegungen sind meist sehr langsam, haben aber deutlich die Qualität eines Tanzes, daher wird Canadian Style Paddling in der Gruppe auch oft "Canoe Dancing" genannt.